Zero Waste im ganzen Haus
Zero Waste

Minimal Waste – erste Schritte zu einem plastikfreien Leben

Minimal- oder sogar Zero-Waste sind in den letzten paar Jahren – zu Recht – zu wichtigen Themen geworden. Auch bei uns zu Hause versuchen wir seit ein paar Jahren nach und nach den Müll zu reduzieren. Dabei haben wir vor allem dem Plastik den Kampf angesagt. Dafür gibt es tatsächlich ganz gute Lösungen, wenn man ein paar seiner Gewohnheiten ändert. Vor allem der Einstieg kann aber erstmal etwas mühsam sein. Ihr müsst nach Alternativen suchen und ausprobieren, was für euch funktioniert. Gerade im Alltag ist das nicht immer einfach. Damit es euch ein bisschen leichter fällt, gibt es hier ein Tipps von mir, wie es bei uns geklappt hat. Heute geht’s um das große Thema Haushalt:

Wissen was man hat!

Herr Lino und ich leben in einem kleinen Häuschen mit Garten. Und das haben wir alles erstmal ordentlich ausgemistet. Wir haben aussortiert, neu sortiert und verstaut. Diejenigen mit Häuschen und Garten werden wissen, dass man ständig im Baummarkt rumhängt und Kram kauft, denn man dann eigentlich doch schon irgendwo im Keller oder Schuppen liegen hatte – man wußte nur nicht mehr wo! Damit das nicht mehr passiert und wir nichts mehr doppelt kaufen, hat nun alles einen festen Platz. Immer wenn wir ein DIY-Projekt in Angriff nehmen, sehen wir auf einen Blick, was wir schon an Material da haben. Diese Prinzip kannst du auf alles mögliche übertragen: Kleiderschrank, Küchenschrank, Schreibtisch, Kühlschrank usw. Wisst was ihr habt, und kauft nur was ihr braucht. So vermeidet ihr haufenweise unnötigen Verpackungsmüll. 

Ein Bad ohne (Mikro-)Plastik

Seife statt Plastik

Wenn es um Plastik geht, gibt es glaub ich fast nichts Schlimmeres als einen Drogerieeinkauf. Die Produkte dort haben oft nicht nur Plastik drumherum, sondern auch innendrin. Das einzige was gegen Mirkoplastik hilft, ist es sich langfristig auf Naturprodukte umzustellen. Darüber hinaus kann man aber noch mehr tun, um das Plastik aus dem Bad zu kriegen. Das Leichteste: wir sind weg von Flüssigseife hin zum guten alten Seifenstück. Ich habe öfters gehört das sei unhygienisch. Wer solche Bedenken hat, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt. Bei uns steht jetzt auf jedem Waschbecken wieder eine Seifenschale und auch die Duschgelverpackungen sind aus dem Bad verschwunden. Ich probiere mich außerdem gerade durch verschiedene Haarseifen, um auch die Shampooflaschen demnächst endgültig rauszuschmeißen. (Falls ihr schon eine gute Haarseife kennt, die mit feinem aber lockigem Haar – neeeervige Kombi – klarkommt, lasst mir gerne einen Kommentar da ☺️)

Rasiert wird bei uns nur mit Wechselkopfrasierern oder elektrisch mit Akkubetrieb. Das ist noch nicht perfekt, aber besser als diese blöden Plastikwegwerfdinger. Insgesamt haben wir Einwegartikel aussortiert. Wir haben keine Wattestäbchen oder -pads mehr. Statt dessen steht ein Körbchen mit Waschlappen neben dem Waschbecken. (Abschminkpads kann man außerdem super selber häkeln oder nähen. Bei Pinterest findet ihr haufenweise Anleitungen dazu).



Super im Supermarkt

Vor allem aus dem Supermarkt bringt man immer haufenweise Plastik mit nach Hause. Viele Produkte kriegt man kaum ohne Umverpackung. Wer nicht das Glück hat einen dieser tollen Unverpacktläden in der Nähe zu haben, sollte ein bisschen Kreativität und Geduld mitbringen. Wir haben nach und nach unser Einkaufsverhalten umgestellt. Inzwischen konnten wir den Plastikmüll insgesamt deutlich reduzieren.
Das Wichtigste ist unsere neue „Ausrüstung“ die bei jeden Einkauf dabei ist:

  • Stoff- und Mehrwegbeutel zum Transport 
  • Obst- und Gemüsebeutel aus Stoff
  • Brot- und Brötchenbeutel auch aus Stoff für den Bäcker
  • Immer mit Liste, dann verhindern wir Doppel- oder Fehlkäufe

Stoffbeutel jeder Größe könnt ihr einfach selber nähen oder inzwischen auch in vielen Onlineshops kaufen. Ich habe direkt ein paar mehr besorgt, damit auch mal ein paar in die Wäsche können, ohne dass ich dann wieder zum Plastikbeutelchen greifen muss.

Bei allen anderen Produkten haben wir viel nach Alternativen in Glas- oder Papierverpackung, bzw. nach der Variante mit dem wenigsten Plastikanteilen geschaut. Das hat natürlich viel Ausprobieren und Geduld erfordert, aber irgendwann ist es zur Gewohnheit geworden. Manche Produkte kaufen wir auch einfach nicht mehr. 

Plastikfrei in der Küche

Holzspülbürste statt Plastik

Für die Küche sind schon eine ganze Menge nachhaltige Produkte im Handel erhältlich. Oft hilft es sich zu erinnern, wie die Küche früher bei Oma und Opa ausgestattet war. So sind mir wieder eine Menge schöner und praktischer Küchenhelfer eingefallen. Wie z.B. eine Spülbürste aus Holz mit Wechselkopf statt der üblichen Plastikbürste. Solche Holzbürsten gibt es auch zum Gemüseputzen, Topfreinigen und Putzen. Mit Letzterer kannst du auch auf bestimmte Putzmittel, wie z.B Scheuermilch, die oft Mikroplastik enthält, verzichten.  Außerdem sehen die Utensilien aus Holz viel schöner aus, als die Müllsünden aus Plastik. Das gilt auch für Kochlöffel und Pfannenwender.
Zum Putzen benutzen wir außerdem Putzlappen aus alten Handtüchern, Trockentüchern oder Molton statt Einweglappen und -schwämme aus Plastik. Inzwischen verzichten wir auch komplett auf Küchenpapier & Co. Der Trick ist, die Putzlappen genauso praktisch griffbereit zu haben, wie sonst die „schnell-zur-Hand“-Einwegprodukte. Das erleichtert die Umstellung sehr. Bei uns steht nun an prominenter Stelle in der Küche ein kleines Körbchen mit allen Lappen und an der Tür hängt ein kleiner Wäschebeutel, wo die fertig benutzten Putztücher direkt entsorgt werden können. 

Putzen ohne Reue

Mein Putzschrank ist seit der Plastikfreioffensive enorm geschrumpft. Im Grunde nutze ich nur noch ein paar Mittelchen zum Putzen:

  • Zitronensäure 
  • Essig
  • Natron/Backpulver
  • Soda
  • Kern-/ und Gallseife
  • Spülmittel (zum Spülen und Fensterputzen)

Online findet ihr ganz viele Tutorials, wie ihr mit diesen paar Zutaten euren gesamten Haushalt zum Strahlen bringt. Einen guten Überlick gibt es z.B. bei Utopia. Das Waschmittel habe ich bisher noch nicht ersetzt, aber ich achte darauf ein ökologisches Produkt in einer Pappverpackung zu kaufen. Dass wir keine Einweghandschuhe mehr benutzen, ist wohl selbstverständlich. In unserem Putzschrank hängen in zwei Größen je ein paar fürs Bad putzen und eins für den Rest des Hauses. Putzhandschuhe aus nachhaltigen Materialien, die man waschen kann, bekommt ihr inzwischen in jeder Drogerie,
Zum Schluss noch ein weiterer Tipp aus Omas Zeiten: wir haben jetzt wieder eine Kleiderbürste (natürlich aus Holz) statt der Einweg-Fusselrolle. (Und ich liebe sie! Jeden Morgen bürste ich meinen Mantel ab und fühle mich sehr elegant dabei 😅).

Weg mit den Müllbeuteln 

Ein weiteres Thema sind Müllbeutel aus Plastik. Die scheinen auf den ersten Blick unverzichtbar. Wir haben uns auch lange den Kopf zerbrochen, was es da für Alternativen gibt. Zumal die angeblich abbaubaren Beutel aus Bioplastik keine echte Lösung sind. Wir haben nun eine etwas andere Mülltrennung entwickelt. Unser Biomüll kommt in einen kleinen Komposteimer mit etwas Zeitungspapier am Boden und wandert täglich auf den Kompost oder in die Biotonne. Den Restmüll haben wir getrennt in Feuchten und Trockenen. Der trockene Restmüll (das ist der Großteil) kommt in einen Mülleimer ohne Müllbeutel. Da der Müll darin trocken ist, reicht es den Eimer nach der Leerung kurz auszufegen. Der feuchte Restmüll landet in einem alten Blumentopf aus Ton, mit etwas Zeitungspapier am Boden und wird täglich in die Tonne geleert. Genauso machen wir es auch im Badezimmer. 

Ein kleiner Anfang

Das ist natürlich nur ein Bruchteil der Möglichkeiten zum plastikfreien Haushalt. Es kann aber ein erster Start in eine müllärmere Zukunft sein. Vielleicht ist ja die eine oder andere Inspiration für euch dabei. Teilt gerne eure Ideen und Tricks zum Minimal-Waste-Haushalt in den Kommentaren. Ich bin gespannt auf eure Lösungen und Empfehlungen. 
Denn je weniger wir uns den Kopf darüber zerbrechen, desto mehr Zeit haben wir fürs Häkeln ☺️! 


Bilder: pixabay.com / monfocus, silviaarita

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